Neuer Stolperstein in Schmelz 

von Emil Petry

 

 

  Mathias Sinnwell

 

Am Samstag, den 7. Mai 2022, wird der Aktionskünstler Gunter Demnig auf Initiative des Historischen Vereins Schmelz eV gegen 16 Uhr in der Bettinger Straße in Hüttersdorf einen Stolperstein zum Gedenken an Mathias Sinnwell, ein Opfer des Nationalsozialismus, verlegen.

Mathias Sinnwell wurde 1907 im Haus Nr. 58 (Bettinger Straße) geboren und im März 1944 in einem KZ ermordet. Er emigrierte gemeinsam mit seinem älteren Bruder Emil bereits 1933 nach Frankreich, weil beide als überzeugte Antifaschisten auch im damaligen Saargebiet einen Wahlsieg der Nazis vorausgesehen hatten und frühzeitig einer Verhaftung und Repressalien entgehen wollten. Bis 1940 konnten beide unbehelligt in Südfrankreich leben und arbeiten. Nach dem Sieg der deutschen Wehrmacht über Frankreich wurden sie von Schergen der „Vichy“-Regierung als „feindliche Ausländer“ inhaftiert und der deutschen Geheimpolizei übergeben. 1941 erfolgte, nachdem ihnen 1939 die „bürgerlichen Ehrenrechte“ in Deutschland aberkannt wurden, die Überstellung nach Deutschland. Hier sind beide von der Gestapo zuerst in einem Saarbrücker und anschließend in einem Frankfurter Gefängnis inhaftiert und unter Folter verhört worden.

Während Emil Sinnwell, wohl aufgrund seiner besseren körperlichen Verfassung, zur Wehrmacht bzw. zum Russlandfeldzug zwangsrekrutiert worden ist  und überlebt hat, wurde Mathias Sinnwell zuerst im KZ Dachau inhaftiert. 1942 erfolgte die Verlegung nach Mauthausen/Österreich (in einer Dokumentation hat 3Sat am 29.1.2022 ausführlich über die äußerst brutalen Methoden und unmenschlichen Bedingungen in diesem KZ berichtet).

Der Leidensweg von Mathias Sinnwell endete am 15. März 1944 in Gusen, einem der vielen Außenlager des KZ Mauthausen.

Im Schmelzer Heimatheft Nr. 32 von 2020 hat der Autor in seinem Beitrag „Stolpersteine – gegen das Vergessen“ ausführlich über den Lebens- und Leidensweg von Mathias Sinnwell berichtet. Sowohl diese als auch viele andere Ausgaben der Schmelzer Heimathefte sind weiterhin beim Historischen Verein und bei vielen der bekannten Verkaufsstellen noch erhältlich.