Auf dem Primsweiler Rundwanderweg Heimatgeschichte entdecken

von Eric Glansdorp (2021)

Es ist gerade Individual-Wanderzeit. Eine gute Gelegenheit die Heimat mit all ihren Schönheiten, Ausblicken und Geschichten für sich zu entdecken.

Hierzu sei eine Individual-Wanderung auf dem 7 km „Primsweiler Rundwanderweg“ (Wegmarkierung „Roter Punkt) empfohlen. Startpunkt wäre z.B. der Primsweiler Sportplatz (Straße „Hinter dem Sportplatz“). Das Waldgebiet zwischen Primsweiler, Lebach und Bettingen birgt so manches Geheimnis. Von untergegangenen Schlössern ist die Rede und vom Absturz einer fliegenden Festung. Der ganz im Wald auf gut ausgebauten Waldwegen geführte Weg ist eine leichte Wanderstrecke. Die Wegdaten (.gpx) können sie von der Internetseite des Saarwald-Vereins herunterladen (www.saarwaldverein-schmelz.de ->Untermenü Wanderwege) und auf dem Handy installieren oder einfach die Internetseite mit der Karte und den Wegdaten ausdrucken. Alternativ ist der Weg auch in der gedruckten „Schmelzer Kulturwanderkarte 1:20000“ mit den Historischen Orten eingetragen. Die Karte kann bei der Gemeinde Schmelz oder im Heimatshop (www.neipel.de/shop) erworben werden.

Die historischen Informationen, was sich früher rechts und links des Wanderweges ereignete, liefern zahlreiche heimatgeschichtliche Bücher, von denen viele beim Historischen Verein Schmelz erworben werden können.

Über die historische Entwicklung des Ortes Primsweiler berichtete zuletzt Dr. Johannes Schmitt •(Johannes Schmitt, Primsweiler: Seine Geschichte von den Anfängen bis heute, Festschrift 700 Jahre Primsweiler (Schmelz 2013) 37-62.). Mit diesem Grundwissen ausgestattet geht es die Straße hinter dem Sportplatz nach Osten Richtung Lebach ein Tälchen hinauf. Dort erinnern im Gesträuch 250 Jahre alte Grenzsteine an die Territorialen Verhältnisse vor der Französischen Revolution, als alle Einwohner des Ortes noch Eigentum der Herrschaften waren.

Rechts des Weges liegt der „Böschwald“ und dahinter die heute noch aktiven Sandgruben. Dazwischen auf einem Hügel über Primsweiler, wurde nach einem irrationalen Scheinprozess und Folter „Marey Marxen“ am 3. Mai 1614 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. •(Elmar Schmitt, Die „Hexe“ Marey Marxen von Primsweiler, Festschrift 700 Jahre Primsweiler (Schmelz 2013) 46-47).

Dem Weg folgend gelangen wir auf die „Lindenacht“. Von hier an laufen wird ein Wegstück bis kurz vor „Horrido“ über das im 19. Jh. große Mengen Eisenerz (Lebacher Eier) aus dem Tagebau Tanneck (wo später ein Ausflugslokal Tanneck errichtet wurde) bis nach Primsweiler. •(Ilse Winter-Emden, Geschichte der Lebacher Erzgruben (Lebach 1993) insb. Abb. 43).

Auch die idyllische Waldhütte „Horrido“, an der wir nun wieder nach Westen wandern, war vor rund 50 Jahren einmal ein Ausflugslokal. Etwas westlich von Horrido liegt ein größerer Acker im Wald. Es ist der landwirtschaftlich genutzte Rest des „Haininger Feldes“. Hier stürzte am 3. August 1944 ein amerikanischer Bomber ab. •(Roland Geiger, Die Fliegende Festung vom Hahnenwald, Schmelzer Heimathefte 10, 1998, 75-100).

Durch den Fahrwald an der Todenbach vorbei kommen wir an den Waldrand südlich von Bettingen. Von dort aus geht es an einer alten Terrassenkante der eiszeitlichen Prims vorbei nach Süden zurück Richtung Primsweiler. Rechter Hand sehen wir den Bahndamm der Primstalbahn, die 1897 eröffnet wurde. Dahinter die Primsaue, die früher eine sumpfige Talaue mit vielen Primsaltarmen war. Eine ganze Serie von Sagen rankt sich um diesen Bereich, der, als man die Sagen schriftlich festhielt, immer noch einen Hauch von Furcht fixierte, den die Menschen vor derartigen Landschaftsteilen einmal hatten. •(Klaus Quinten, Das Geisterfest an der Rotschier. In: Schmelz. Ein Heimatbuch (Schmelz 1973) 425-426).

Von der Rotschier aus kommen wir dem Weg folgend zurück zum Sportplatz in Primsweiler. Die Tour dauert gemütlich 2 Stunden.

Die Schmelzer Heimatliteratur, insbesondere die Aufsätze in den Schmelzer Heimatheften sind ein Quell an Geschichte, die draußen im Gelände von jeder Generation neu entdeckt und interpretiert werden will. Jede Generation bringt dabei neue Geschichten ans Licht. Der Historische Verein Schmelz sorgt mit dafür, dass diese nicht vergessen werden.

 

Verkaufstellen unserer Publikationen sind:

- die Geschäftsstellen der Volksbank Untere Saar in Schmelz und Hüttersdorf

- die Geschäftsstellen der Kreissparkasse Saarlouis in Schmelz und Hüttersdorf

- RS Papeterie, Zeitschriften und Zeitungen, Büro- und Schulartikel im Kaufland Schmelz

- Merten, Yvonne, Lotto- und Postagentur, Zeitschriften u. Büroartikel, Berlinerstr. 16, Hüttersdorf

- Hesedenz, Irene, Schreibwaren und Zeitschriften, Kirchenstr. 2, Limbach

- Pieper, Bücher und Schreibwaren, Großer Markt 22, 66740 Saarlouis

- Buchhandlung Anne Treib, Am Markt 20, Lebach

- Bücherhütte Wadern, An der Kirche 3, Wadern

- Bücherei St. Marien, Außen, Im Pfarrheim, jeden Mittwoch von 17-19 Uhr

Oder direkt beim Verein per E-Mail: info ( at ) historischer-verein-schmelz.de